Marktwirtschaft - BICE

Marktwirtschaft

Das Wirtschaftsystem der Markwirtschaft wird in den meisten Ländern der Erde betrieben und es beschreibt ein System, bei dem die Entscheidungs- und Handlungsrechte verteilt, wobei diese wiederum durch die Ordnungsform des privaten Produktionsmitteleigentums geprägt sind.

Aufgabenverteilung

Die Wirtschaftsprozesse selbst und deren Planung sowie Koordination werden dabei nicht einzelne Institutionen sondern dezentral geregelt. Die Koordination erfolgt vielmehr durch die Marktpreise selbst, die die Verwendungspläne der Unternehmen für ihre finanziellen Mittel sowie die zukünftige Produktion bestimmen. Neben der Verteilung der produzierten Güter in Abhängigkeit ihrer Marktpreise werden einige öffentliche Güter jedoch auch durch die Politik verteilt. Die einzelnen und für sich allein meist nicht funktionsfähigen Wirtschaftssubjekte stimmen zudem, ebenfalls wieder von den Marktpreisen abhängig, ihre Produktionen aufeinander ab, wodurch eine Verzahnung der einzelnen Märkte und ein gesamtwirtschaftlicher Rechnungszusammenhang entstehen.

Merkmale

Nach dieser eher abstrakten Beschreibung sollen einmal die bekannten Formen der Marktwirtschaft und ihre Merkmale beschrieben werden. Das erste Beispiel ist die freie Marktwirtschaft, bei der die Menge und Art der Produktionsgüter sowie auch ihr Konsum allein vom Markt gesteuert werden, staatliche Eingriffe gibt es hier nur in der Form, dass dieser öffentliche Güter und eine Rechtsordnung bereitstellt. Bei dieser Form wird davon ausgegangen, dass jeder Marktteilnehmer, auch wenn er nur aus egoistischen Zwecken tätig ist, indirekt auch immer zum Allgemeinwohl beiträgt, da das Mittel zum Zweck häufig auch wieder jemand anderem weiterhilft.

Eckpfeiler

Die Eckpfeiler dieser Form sind vor allem die Vertrags- und Gewerbefreiheit, aber auch die Konsumenten- und Berufsfreiheit sowie das Recht auf Privateigentum. Außerdem gelten für alle Güter frei festsetzbare Preise, die sich durch das natürliche Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage auf ein korrektes Niveau regeln. Ebenso gilt der freie Wettbewerb und Marktzugang, jedes Unternehmen und jeder Konsument können also auf alle erstellten Güter innerhalb des Systems zugreifen bzw. diese erwerben und der Wettbewerb dient der Senkung der allgemeinen Preise für die Produkte.

Soziale Marktwirtschaft

Die nächste Form, die soziale Marktwirtschaft, ist seit dem Einigungsvertrag der BRD und der DDR 1990 als Wirtschaftsordnung für Deutschland vereinbart worden. Das Konzept dahinter geht auf Alfred Müller-Armack und Ludwig Ehrhard zurück und seine Entstehung reicht bis in die 30er und 40er Jahre des 20. Jahrhunderts. Im Grundsatz basiert die soziale auf der freien Marktwirtschaft und seinen Prinzipien. Zusätzlich ist jedoch der Staat dafür verantwortlich, den Wettbewerb auf den Märkten zu überwachen und sicherzustellen, was vor allem auch die Verhinderung von Monopolen und Kartellen in der Wirtschaft bedeutet. Hierbei geht es also darum, dass echter Wettbewerb nur garantiert werden kann, wenn er vom Staat stetig überprüft und die Produzenten und Unternehmen dazu verpflichtet werden.

Beispiele

Beispiele dafür sind zum Beispiel die Aufspaltung bzw. die Öffnung von Märkten durch verschiedene Maßnahmen, so dass in jüngster Zeit in Deutschland beispielsweise auf dem Telekommunikationssektor und dem Energiesektor die Macht der vormals lange Zeit staatlichen Unternehmen mit Monopolstellung gebrochen oder zumindest verringert worden. Auch sozial-, arbeits- und konjunkturpolitische Maßnahmen sollen hierbei vom Staat ergriffen werden um die Interessen seiner Bürger zu wahren, dies sind zum Beispiel Steuersenkungen oder -anhebungen sowie Erhebung und Bestimmungen zu Arbeitslosen- oder Sozialgelder sowie deren Erlangung und Verteilung.

Ausnahmen

Eine Ausnahme bildet zudem noch die letzte Form der sozialistischen Marktwirtschaft, die in China eingeführt wurde. Hier werden abhängig von der Art der Güter teilweise Privatunternehmen zugelassen, auf für den Staat als wichtig erachteten Gebieten jedoch wie Rüstungs-, Energie-, Telekommunikationsindustrie und vielen mehr wird weiterhin auf staatliche Verwaltung und Kontrolle gesetzt.

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