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Auf dem silbernen Tablett: Die Geschichte der Visitenkarte

Auf dem silbernen Tablett: Die Geschichte der VisitenkarteDie Visitenkarte ist selbst im Zeitalter von E-Mail, Xing und Facebook nicht totzukriegen. Aber wer weiß eigentlich, woher die kleinen Kärtchen kommen? Wir sind der Sache einmal nachgegangen.

Alles auf einer Besuchskarte

Das Verteilen und Abgeben von kleinen Karten mit Namen, Adresse und später der Telefonnummer begann vor etwa 200 Jahren: Im späten 18. Jahrhundert wurden sie in Europa Mode. Sie dienten in bürgerlichen Kreisen und beim Adel zunächst dazu, seinen Besuch – also seine Visite – stilgemäß anzukündigen. Beim Besuch in einem fremden Haushalt legte der Besucher seine Karte auf ein Silbertablett. Das wurde zum Hausherrin oder zum Hausherrn getragen – war der Besuch erwünscht, wurde der Besuch in die hinteren Gemächer vorgelassen. In Deutschland hießen die Visitenkarten daher auch „Besuchskarten“, im englischen Sprachraum „Calling Cards“. Seitdem sind die Karten – heute in erster Linie im geschäftlichen Bereich – in Umlauf. Selbst in Zeiten der Digitalisierung bleiben die kleinen Kärtchen en vogue. Heutzutage kann man im Netz Visitenkarten erstellen und bestellen – genauso wie Flyer oder Abzüge von digitalen Fotoaufnahmen.

Mit oder ohne handschriftliche Aufschrift

Die ersten Karten waren meist 7 x 9 Zentimeter groß, bereits im Querformat und oft mit zeitgenössischen Drucken und Ornamenten verziert. Zunächst blieb eine Freifläche für das handschriftliche Schreiben des eigenen Namens frei, später wurde auch er gedruckt. Die ersten Hersteller der Karten waren Kupferstecher, später wurden sie von Druckern auf speziellen Maschinen gefertigt. Sie konnten am Tag bis zu 10.000 der kleinen Kärtchen drucken. Bis heute haben Visitenkarten kein genormtes Format und keine DIN-Norm wie etwa bei Briefen oder Briefbögen -allerdings hat sich das Kreditkartenformat weitgehend durchgesetzt, weil es wie die Bezahlkarten besonders gut ins Portemonnaie passt. Es sind auch besondere Visitenkartenhüllen erhältlich, die die Karten vor einem versehentlichen Knicken schützen.

Das japanische Karten-Ritual

Wie wichtig die Visitenkarte im heutigen Geschäftsleben sein kann, zeigt ein Blick nach Japan: Dort ist das Überreichen von Visitenkarten fast schon eine Zeremonie: Jeder, der im Land der untergehenden Sonne Geschäfte machen will, sollte sie beherrschen. Beide Geschäftspartner überreichen sich ihre Karten gleichzeitig, während sie sich verbeugen. Dabei halten sie die Karten in beiden Händen an den Ecken, damit sie nicht knicken oder der Daumen das Firmenlogo verdeckt. Nachdem die Karten überreicht wurden, werden sie kurz intensiv studiert, um dann sorgsam weggelegt zu werden.

Foto: Unsplash, 404312, imgix

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