Erstmals seit der Parlamentswahl in Italien hat eine große Ratingagentur die Kreditwürdigkeit des Landes herabgestuft. Die US-Agentur Fitch teilte mit, die Bewertung Italiens sei von “A-” auf “BBB+” heruntergesetzt worden. Zudem werde der Ausblick mit negativ bewertet.

Der Chef der FDP-Bundestagsfraktion, Rainer Brüderle, hält angesichts der wirtschaftlichen und politischen Krise in Italien einen Austritt des Landes aus der Eurozone für denkbar. Es könne sein, “dass sie rausgehen”, sagte Brüderle im ZDF. Italien müsse sich entscheiden, ob es sich bei der gemeinsamen Währung anpassen wolle. “Und wenn sie das nicht wollen, müssen sie die Konsequenzen ziehen”, sagte Brüderle. Die Entscheidung liege aber allein bei Italien.
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Der frühere italienische Regierungschef Silvio Berlusconi ist im sogenannten Unipol-Prozess zu einem Jahr Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Mailand verurteilte Berlusconi in erster Instanz wegen der Veröffentlichung vertraulicher Informationen zu einem Finanzskandal im Jahr 2005 im Zusammenhang mit der Unipol-Gruppe. Der Ex-Regierungschef kann gegen das Urteil Berufung einlegen, was aufschiebende Wirkung beim Vollzug der Strafe hätte.
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Der Kommunikationschef der skandalgebeutelten italienischen Bank Banca Monte dei Paschi die Siena (BMPS) hat sich nach italienischen Medienberichten aus einem Fenster des Bankhauses in den Tod gestürzt. Ermittler hatten vor anderthalb Wochen im Zusammenhang mit dem Verschwinden von hunderten Millionen von Euro von BMPS-Konten die Wohnung und das Büro von David Rossi durchsucht. Es war jedoch keine Strafanzeige gestellt worden.
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Wegen der unübersichtlichen Lage nach der Parlamentswahl hat Italien am Mittwoch deutlich höhere Zinsen bei der Ausgabe von mittel- und langfristigen Anleihen in Kauf nehmen müssen. Für Anleihen mit einer Laufzeit bis 2017 verlangten Investoren Zinsen von 3,59 Prozent und damit deutlich mehr als bei der letzten ähnlichen Auktion, wo der Staat 2,94 Prozent zahlen musste. Bei Anleihen mit einer Laufzeit bis 2023 kletterte der Zins von 4,17 auf 4,83 Prozent. Italien nahm mit der Ausgabe der Staatsanleihen 6,5 Milliarden Euro ein.
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Trotz der unsicheren politischen Lage in Italien nach den Parlamentswahlen sieht die US-Ratingagentur Standard & Poor’s derzeit keinen Anlass zur Änderung der Bewertung der Kreditwürdigkeit des Landes. Die Ergebnisse der Wahl hätten “keinen unmittelbaren Effekt” auf die Bonität des Landes, erklärte S&P. Die Ratingagentur bewertet Italiens Kreditwürdigkeit derzeit mit BBB+ mit einem langfristig negativen Ausblick.
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Die Börsen in Europa haben mit massiven Kursverlusten auf den Ausgang der Parlamentswahlen in Italien reagiert. An der Börse in Mailand rutschen die Kurse bis zum Abend um fast fünf Prozent ab. An der Deutschen Börse in Frankfurt am Main notierte der Deutsche Aktienindex 2,27 Prozent im Minus bei 7597,11 Punkten.
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Nach einer Wahlnacht voller Unsicherheit blickt Europa mit Sorge nach Rom: Die Italiener haben abgestimmt – allerdings, ohne für klare Mehrheiten zu sorgen. Dem Land droht eine wochenlange Hängepartie, bis eine Regierung steht oder es sogar Neuwahlen gibt. Italien sei in einer “sehr heiklen Lage”, sagt Pier Luigi Bersani, der Spitzenkandidat des Mitte-links-Bündnisses, der nur in der ersten Parlamentskammer mit Mühe eine Mehrheit erreichte. Europa fürchtet eine Rückkehr der Schuldenkrise mit voller Wucht nach Italien – und somit auch in den Rest der Eurozone.
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Die politische Unsicherheit in Italien hat in ganz Europa große Sorgen ausgelöst, dass es zu einem Stillstand des italienischen Reformprozesses und zu neuen Turbulenzen in der Eurozone kommen könnte. Besonders eng mit der italienischen Wirtschaft verflochten ist das EU-Schwergewicht Frankreich, das manche Finanzexperten und Politiker ohnehin schon als Euro-Sorgenkind einstufen. In Paris gab die Börse denn auch stärker nach als in Frankfurt am Main, Bankentitel brachen in Frankreich sogar um rund fünf Prozent ein.
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Mit einer Berg- und Talfahrt hat die Börse in Mailand auf den ungewissen Ausgang der Parlamentswahl in Italien reagiert. Der Leitindex FTSE Mib schloss letztlich leicht im Plus. Zuvor hatten Prognosen über einen Sieg des Mitte-rechts-Bündnisses des früheren Regierungschefs Silvio Berlusconi im Senat aber satte Kursgewinne von fast vier Prozent wieder abschmelzen lassen und den Leitindex kurzzeitig sogar ins Minus geschickt.
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