Mittelstand: So lohnt sich das Gütesiegel - BICE

Mittelstand: So lohnt sich das Gütesiegel

Junge Frau im SupermarktVerbraucher lieben Gütesiegel. Über 80 Prozent finden Gütesiegel auf Lebensmittelprodukten nützlich, und mehr als drei Viertel haben beim Einkaufen schon einmal ein Produkt mit einem Gütesiegel bevorzugt.




Gütesiegel und Zertifizierungen gibt es für alle Branchen und Produkte – für Software ebenso wie für Onlineshops und Kleidung. Ein besonderes Gewicht haben sie jedoch in der Lebensmittelbranche. Bei Käse, Wurstwaren, Gemüse, Fleisch, Fertiggerichten und Eiern stellen die Kunden besonders hohe Anforderungen an Qualität und Gesundheitsverträglichkeit, wobei in manchen Branchen auch Lebensmittelskandale für Verunsicherung gesorgt haben.

Was können Hersteller und Händler der Lebensmittelbranche tun, um ihre Produkte beim Verbraucher ins rechte Licht zu rücken? Der norddeutsche Spezialist für Wurstwaren Schwarz Cranz lässt seine Produkte regelmäßig von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) prüfen. Das DLG-Siegel gehört zu den bekanntesten deutschen Kennzeichen für Lebensmittel (75 Prozent Bekanntheit) und steht allen Lebensmittelproduzenten offen. Für die Teilnahme an den freiwilligen Tests fallen Prüfgebühren an; ist der Test bestanden, werden die prämierten Produkte veröffentlicht und können mit dem Gütesiegel versehen werden. Von den geprüften Produkten fallen je nach Branche und Produkt fünf bis 20 Prozent durch, diese Ergebnisse werden nicht veröffentlicht.

Öko-Kennzeichnung Pflicht

Unternehmen, die Bio-Produkte herstellen oder vertreiben, kennzeichnen ihre Produkte mit dem deutschen Bio-Siegel, dem EU-Bio-Siegel oder verschiedenen Kennzeichen von Öko-Verbänden. Das EU-Bio-Siegel ergänzt das deutsche Bio-Siegel. Seit dem 1. Juli 2010 ist es für alle vorverpackten Bio-Lebensmittel Pflicht. In einigen Fällen können Unternehmen das Siegel auch freiwillig einsetzen, zum Beispiel bei nicht vorverpackten Lebensmitteln aus der EU oder aus Importländern. Die verschiedenen deutschen Bio-Siegel können zusätzlich zum EU-Siegel genutzt werden.

Zertifizierung und Kennzeichnung

Für das deutsche Bio-Siegel fallen keine Gebühren an. Als Unternehmen müssen Sie die Verwendung anzeigen und pro Produkt ein Musteretikett an die Bio-Siegel-Stelle schicken. Anschließend können Sie mit dem Siegel auch werben – das ist ausdrücklich erwünscht. Voraussetzung für die Kennzeichnung ist, dass alle landwirtschaftlichen Zutaten aus dem Öko-Anbau stammen. Die Verbandssiegel von Bioland oder demeter haben weitergehende Vorschriften.

Zusätzlich zu den Produkt-Kennzeichnungen gibt es eine ganze Reihe von Siegeln und Zertifizierungsverfahren, die auf den Herstellprozess sowie die Sicherheits- und Qualitätsanforderungen abstellen. In jedem Einzelfall sollten Unternehmen prüfen, ob der Vorteil beim Verbraucher überwiegt oder ob möglicherweise die Kosten für die Umstellung und regelmäßige Zertifizierung das Unternehmen zu sehr belasten.

Foto: ThinkStock – Fuse

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