Die Landwirtschaft in Moldawien - BICE

Die Landwirtschaft in Moldawien

Mit einer Staatsfläche von 33.843 Quadratkilometern liegt die Republik Moldawien in Südosteuropa und weist in etwa eine vergleichbare Größe mit dem deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen auf. Das Land grenzt in nördlicher, östlicher und südlicher Richtung an die Ukraine und in westlicher Richtung an Rumänien.

Lage

Zwischen den Flüssen Nistru (Dnjestr) und Pruth befindet sich eine flachhügelige Landschaft mit fruchtbaren, lösshaltigen Böden, welche seit Urzeiten für den Anbau von Obst und Wein förderlich waren. Moldawien ist jedoch eine der ärmsten Republiken in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten. Als die Märkte des Obstblocks damals zusammenbrachen, erholte sich die Landwirtschaft Moldawiens bis heute nicht von den wirtschaftlichen Einbußen, die dies zur Folge hatte. Das offizielle Ziel von Moldawien ist die Einführung der freien Marktwirtschaft, doch die Privatisierung oft hoch verschuldeter Betriebe schreitet langsam voran und verzögert den Aufschwung immer weiter. Die Wachstumsrate von 4 Prozent aus dem Jahre 2006 basiert auf einer sehr niedrigen Basis. Die Landwirtschaft Moldawiens beschäftigt mehr als ein Drittel der Erwerbstätigen und ist damit der wichtigste Wirtschaftssektor des gesamten Landes. 17 Prozent des Bruttoinlandsproduktes gehen auf das Konto der Landwirtschaft. Die äußerst fruchtbaren Böden Moldawiens bieten eine gute Basis für den Anbau von Obst, Wein, Gemüse, Tabak und Rosenöl. Diese sind zugleich die bedeutendsten Exportartikel der Landwirtschaft. Andere Erträge, wie beispielsweise die Gewinnung von Weizen, Mais, Zuckerrüben und Sonnenblumen sind für den Eigenbedarf bestimmt.

Industrielle Zweige

Wichtigste industrielle Zweige sind die Nahrungs- und Genussmittelproduktion. Eine weitere Schwierigkeit der Landwirtschaft liegt in dem Umstand, dass die durch Wasserkraftwerke produzierte Energie nicht für die Versorgung ausreicht, so dass Strom aus anderen Ländern importiert werden muss. Moldawien ist arm an Bodenschätzen und damit in großem Umfang auf die Landwirtschaft angewiesen. Die wichtigsten Handelspartner von Moldawien sind in Bezug auf den Export von Nahrungs- und Genussmitteln der Reihenfolge nach Russland (35,8%), Italien (13,9%), Rumänien (10%) und Deutschland (7,3%).

Konflikte

Sehr schwer hat der Weinkonflikt mit Russland im März 2006 Moldawien getroffen. So hat die russische Regierung den Import von Wein aus der Landwirtschaft von Moldawien verboten, da der oberste Hygienearzt Gennadi Grigorjewitsch Onischtschenko zu hohe Schadstoffbelastungen in den Importprodukten feststellte, die gegen geltende Gesundheitsvorschriften verstoßen haben. Dieser Entschluss führte vor allem deshalb zu schwierigen Umständen, da etwa 82% des gesamten Exportes moldauischer Hersteller nach Russland exportiert werden.

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